Jan-Philipp Litza

Nordfest: IndieStyle in der Halle 7 26. Oktober 2010

Wir waren gestern Abend in der so groß beworbenen „neuen“ Halle 7 in Bremen. Direkt am Freimarktsgelände gelegen ist sie kaum zu verfehlen, zentral gelegen und sieht sogar von außen schon groß aus. Das Event war das „Nordfest: IndieStyle“, das mit durchaus bekannten Namen wie One Fine Day und Donots ein ziemlich geiles Lineup für nur 14 Euro zu bieten hatte.

Ja, und dann kamen wir rein. Wir waren ca. halb 8 da, halbe Stunde nach Einlass, also viel zu früh für ordentliche Stimmung, das war klar. Erster Eindruck: Es gab ein kostenloses Begrüßungsgetränk (Captain Morgan’s mit Cola), cool! Zweiter Eindruck: Eine riesige Halle mit einer fast mickrig wirkenden Bühne. Innen drin verteilt diverse Getränkestände, die trotz unterschiedlicher Optik und Beschriftung (Beck’s, Cola etc.) alle das gleiche anboten. Bei der riesigen Halle und zwei der Stände recht dicht an der Bühne kamen einem schon Zweifel…

Aber erstmal Klamotten abgeben. Die Garderobe war leider alles andere als kulant und hat für meine Stoffjacke nochmal extra Gebühren genommen, die immerhin bei jeweils 2 Euro lagen. Da war ich schon etwas angefressen.

Nach den „Halle 7 Helden ‚Lopark‘“ oder so kamen dann auch schon One Fine Day – viel zu früh, dafür dass die Band schon ziemlich bekannt ist und einige Hits hatte. Von den Hits haben sie aber auch nicht wirklich was hören lassen, sondern fast nur Lieder von ihrem neuen Album, das keiner kannte. Außerdem nicht mein Musikgeschmack und damit einfach nicht der Hit. Mehr als etwas wippen direkt vor der Bühne (kein Gedränge oder so sondern eher 1m² pro Person) war da nicht drin. Aber schon da merkte man: Die Akustik war total sch****. Vom Gesang war direkt vor der Bühne kaum was zu hören/verstehen, die riesige Halle hatte eine bescheidene Schalldämmung an den Wänden und somit starke Reflexionen, die zu Verzögerungen und Überlagerungen geführt haben. Direkt vor der Bühne hatte man am ehesten was von den Monitoren – da läuft ganz klar was falsch.

Mit der nächsten Band wurde wenigstens die Musik gut: Die Schweden „Royal Republic“ haben wir dieses Jahr schon zweimal gesehen: Einmal als Vorband der Donots auf nem Konzert in Hannover und einmal in Berlin auf nem anderen Indie-Fest. Unerwartet war, wie viele echte Fans die inzwischen gesammelt haben: Diverse Leute kannte den Text und haben Party gemacht und mitgesungen/-gröhlt. Hätte ich eher bei One Fine Day erwartet… Aber auch hier vermieste einem die Akustik die Laune: Vom Gesang kaum was zu hören, und obwohl ich alle Lieder sehr gut kenne habe ich teilweise bis zum Refrain gebraucht um sie auch nur zu erkennen. Aber die Stimmung war trotzdem recht gut.

Danach kam noch eine mir unbekannte Band aus England („Quick and the Dead“ hießen sie glaube ich), deren Musik zwar qualitativ überzeugte, aber irgendwie nicht zum Stimmung machen geeignet war – sie taten mir etwas Leid.

Und nach einer Programmänderung durch Ausfall von „DotA and the …irgendwas“ kamen endlich die Donots, die eigentlich Headliner des Konzerts, derentwegen die meisten gekommen waren. Das äußerte sich durch gute Stimmung und Pogo, aber voll war die Halle trotzdem nicht – die hätte Michael Jackson vielleicht gefüllt, aber der spielt da wohl nicht mehr… Naja, die Größe der Halle wurde immerhin beim „größten Circle-Pit auf ihrer [Donots] Tour“ ausgenutzt. Die Akustik wurde aber nicht besser. Aber es soll nicht zu negativ klingen: Der Auftritt war trotzdem super!

Anschließend spielten noch Misconduct, die zwar ganz nett klangen, von denen wir aber kaum was mitbekamen, weil wir am Merch-Stand auf Autogramme der Donots warteten – vergebens, nur 3 der 5 kamen. Sehr schade!

Ich bin nicht ganz souvenierlos gegangen, ich habe ein Pleck von Royal Republic ergattert und die Tour-EP der Donots gekauft (5 Songs = 5 Euro) und wie gesagt immerhin 3 Unterschriften gesammelt.

Was ich sonst noch an der Halle 7 zu kritisieren habe: Direkt vor der Bühne sind Scheinwerfer, die teilweise so tief kommen, dass sie den ersten Reihen direkt ins Gesicht strahlen. Und wer es noch nicht wusste: 300W sind hell! Und wenn jemand Crowdsurfen geht, wären so ein paar Securiys zum Entgegennehmen auch ganz cool. Oder wenigstens einer…

So, und wenn mir JETZT noch jemand sagen könnte, wie ich auf eventim dieses verdammte Event finde, um die Rezension zu kopieren/verlinken…