Jan-Philipp Litza

Virtuelle Identitäten 16. Dezember 2006

Mir fiel gerade auf, dass ich schon lange nicht mehr geguckt habe, was mir Google zu meinem Namen ausspuckt. Also hab ich Google mal nach meinem Realname gefragt. Erstes Ergebnis war natürlich dieses Blog – wenn auch noch mit der alten Adresse jplitza.de. Das zweite Ergebnis ist immer noch meine Userpage auf Wikipedia – warum werde ich wohl nie begreifen. Auf Platz 3 schaffte es nochmal mein Blog mit der neuen Adresse, danach 2 Fanlisten von last.fm (BTW ein schönes Beispiel dafür, wie unzutreffend Google sein kann: Mein Userprofil bei last.fm wäre viel nützlicher). Danach folgten dann noch einige Sachen, die entweder gar nichts mit mir zu tun haben oder nicht der Erwähnung wert sind.

Allerdings bekommt man so ja recht leicht den Namen meiner „Virtuellen Identität“ raus, da ja selbst dieses Blog ihn als Adresse hat. Und bei einer Suche danach lässt sich dann gleich viel besser analysieren, in welchen Milieus ich mich im Internet aufhalte. Die ersten beiden Ergebnisse belegt wieder mein Blog, dann folgt aber auch schon mein Profil bei Yigg. Auf dem vierten Platz ist das erste Ergebnis vom Multimediaxis zu finden. Ich sage das erste, weil dank der diversen Namens- und Domainwechsel Google diverse Links zu dem Forum gefunden hat und diese durch die ganze Suche verstreut. Nach meinem flickr Porfil mit spärlich wenig Bildern und einem weiteren Link zum Multimediaxis findet sich dann aber auch schon die Quotes Seite ausm Fnord Wiki (inzwischen offline), die verrät, dass ich bei fnord.name dabei bin und einen Teil der Gespräche im IRC preisgibt.

Insgesamt lassen sich also dank diverser Services diverse Informationen über mich herausfinden. Nach einem ersten Schrecken habe ich dann aber daran gedacht, dass ich all diese Informationen eigentlich freiwillig hergebe. Gut, dass Links zum Multimediaxis Forum erscheinen könnte ich höchstens verhindern, indem ich dort nich poste und niemals gepostet hätte. Aber die Bilder bei flickr, die Informationen zu meinem Musikgeschmack bei last.fm und meine Lieblings-„Killer“spiele, all das habe ich ja wissentlich preisgegeben und habe eigentlich auch nichts dagegen, dass sich jemand, der sich dafür interessiert, diese Daten anguckt. Trotzdem ist das schon sehr viel mehr, als man ohne Internet oder ohne solche web2.o Dienste erfahren könnte. Und ich frage mich deshalb gerade, ob das nicht irgendwie doch falsch ist. Gut, es gibt nur wenige Leute, die als erstes eine Google-Suche zu einer Person machen, wenn sie etwas über sie erfahren wollen. Aber genau diese Leute googlen dann einfach anstatt mit mir zu sprechen.

Mir fällt gerade auf: Dieser Artikel hat überhaupt keinen Sinn und ich hab vergessen, warum ich angefangen hab, ihn zu schreiben :A